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Sporadic-E auf 2 m in FT8

Wenig, aber immerhin …

Die Sporadic-E-Saison ist schon fast wieder vorbei und bis jetzt hatte ich nur zwei Chancen, diese besondere Ausbreitungsart zu nutzen.

Ende Mai klappte es einmal mit einer Verbindung nach Südspanien. Das gelang von unserer Clubstation DL0DX (DOK R01) aus.

Am 26. Juni 2026 sah es dann nach einer besseren Gelegenheit aus. Am Morgen entdeckte ich eher zufällig eine Öffnung in Richtung Rumänien. Dank Homeoffice konnte ich die Gunst der Stunde nutzen, schnell die Antenne aufbauen und das Geschehen nebenbei beobachten.

Mit Rumänien wollte es allerdings nicht richtig klappen. Vom Balkon aus kann ich meine Antenne nicht in Richtung Osten drehen. Also musste ein Backscatter über ein Hochhaus helfen, während die Antenne nach Westen zeigte. Am Ende reichte es wenigstens für eine Verbindung nach Moldawien.

Am späten Nachmittag – nach Feierabend – drehte ich die Antenne in Richtung Norden. Dort waren dann noch zwei Verbindungen nach Russland und eine auf die Färöer-Inseln möglich.

Viel war es nicht. Aber immerhin: zwei Gelegenheiten genutzt und ein paar interessante Verbindungen ins Log bekommen.

Wissenwertes

Sporadic-E (Es) entsteht durch dichte Ionisationswolken in der E-Schicht (≈ 90-110 km Höhe), die VHF-Signale zur Erde zurückbrechen. Für die Ausbreitung auf 144 MHz muss die kritische Frequenz der Es-Wolke (foEs) die Sendefrequenz übersteigen – das ist deutlich seltener als auf 50 MHz, aber in starken Öffnungen regelmäßig erreichbar. Typische Reichweiten: 1300 – 1800 km (Single-Hop), in Ausnahmen über 3000 km (Chordal-Hop).

Saison: Mai bis August, Schwerpunkt Juni/Juli in Mitteleuropa. Öffnungen sind i.d.R. Vormittags bis Mittags und ab dem späteren Nachmittag bis in den Abend, häufig begleitet von Gewitterlagen.

Warum FT8/FT4: Die digitalen WSJT-X-Modi dekodieren Signale bis ca. −24 dB SNR (FT8). Auf 2m ist das entscheidend, weil Es-Signale oft nur kurz und mit niedrigem Pegel auftauchen.

  • FT8 auf 144.174 MHz, Sequenzlänge 15 s
  • FT4 auf 144.170 MHz, Sequenzlänge 7,5 s schneller, unempfindlicher

Praxis-Tipps:

  • Live-Karten beobachten: PSK-Reporter, DX Heat oder DXMaps zeigen, wo die MUF gerade liegt
  • Baken auf 144,400 MHz bis 144,491 MHz geben frühe Hinweise, bevor Aktivität entsteht
  • „CQ“ oder „CQ ES“ rufen statt nur hören – 2m-Es-Öffnungen werden häufig verpasst, weil niemand sendet – die Ausbreitung ist da, aber das Band wirkt tot
  • Mitteleuropa ruft in den jeweils zweiten und vierten 15 s der vollen Minute CQ – also TX even/1st aus