Die Idee
Ich suche schon seit über einem Jahr nach der – für mich – optimalen portablen Lösung. Ein wichtiger Teil ist hier das Device bzw. die Software für FT8 und Co.
Meine erste Idee war eine clockwork uConsole (mit CM4) unter Linux mit WSJT-X zu nutzen. Auf dem Display (1280×720 Pixel, 5″ Diagonale) ist dann aber alles doch recht klein und zusammen mit dem fummligen kleinen Trackball – dies ist leider auch kein Touchscreen – ist das leider nicht komfortabel genug. Eine separate Maus oder Trackball wäre natürlich möglich, aber eben ein „unnötiges“ zusätzliches Teil mehr unterwegs. Der Gerät mag ich sehr, ich werde es aber für andere Zwecke mit SDR einstzen.

Die nächsten Optionen sind iFTx auf dem iPhone, und die Android Apps FT8CN und FT8TW – wobei ich letztere mir trotzdem nochmal ansehen werde, da diese gut funktionieren. Zusätzlich hat man hier dann eine gute Bedienbarkeit auf großem Display.

Da ich nun aber schon einige Zeit mit Claude Code Erfahrung gesammelt habe und auch schon einen reinen FTx-Decoder gebaut hatte, der nach einiger Optimierung sehr gut funktioniert, wollte ich den nächsten Schritt gehen. Mich interessierte schon lange einen Pi4 in einem PocketTerm35 Case zu nutzen. Das Display hat nur 640×480 Pixel (3,5″), ist aber ein Touchscreen, was durchaus Möglichkeiten eröffnet.

Umsetzung
Ich habe daher überlegt, wie man die Ansichten sinnvoll aufteilen kann und wie das Bedienkonzept aussehen sollte, damit dies auf der kleinen Fläche sogar komfortabel nutzbar werden kann. Herausgekommen ist die folgende Lösung.
Es existieren 6 Reiter:
- Wasserfall
- Aktivität
- RX-Frq.
- Bedienung
- Karte (dies ist einfach ein nettes zusätzliches Feature)
- Konfig
Zunächst wurde das Konzept in einen ausführlichen Prompt formuliert. Auf Basis des existierenden eigenen FTx-Decoder in Python, wurde dann anschließend die App auf dem Raspi in C umgesetzt. Zuerst wurde der Decoder portiert und nochmals auf Geschwindigkeit optimiert. Im Anschluß ging es an die GUI und in weiteren Iterationen/Tests an das Endprodukt.
Sehr früh war der erste Test mit erfolgreichen QSO gelungen. In zwei weiteren Testsessions wurden weitere Funktionen und Bugfixes umgesetzt.
Bedienkonzept
Alle nötigen Anzeigen wurden auf einzelne Reiter bzw. Fenster verteilt.
Wasserfall

Im Wasserfall werden die Callsigns der dekodierbaren Stationen angezeigt. Durch Klick können TX- und RX-Frequenz eingestellt werden.
Aktivität

Alle dekodierten Aussendungen werden farblich Kategorisiert. Bereits am UTC-Kalendertag gearbeitete Stationen werden grau dargestellt.
RX-Frq.

Aktiv gearbeitete Staionen.
Bedienung

Anzeige der aktuellen Sequenz. Auswahl von Band, Modus, Senden an/aus, Halt, Periode und Tune.
Karte


Die Karte ist ein zusätzliches Feature. Anzeige der gehörten Staionen (Welt oder Europa).
Konfig

Alle mindestens nötigen Konfigurationen.
Weitere Features
- Modi: FT8, FT4, FT2
- Logformat: ADIF-Dateien
- optional Onlinemeldung an PSK Reporter
- optional Onlinemeldung an QRZ.com
Fazit
In drei ausgiebigen Test- und Debugsessions ist die aktuelle Version entstanden, mit der bereits nebenbei einige QSOs zustande kamen.
Ich schaue mal, wie sich mein FTx-Terminal in der Praxis im Feld schlägt. Am Ende werde ich wohl wahrscheinlich das Android-Tablett mit FT8TW und den Pi4-Handheld gleichwertig nutzen, da beide gut funktionieren.
73 de DO6SJR
