Die Idee …
Angetrieben von HELION, einem Projekt von Andreas Möller – welches eigene Fotos der Sonnenkorona einer Sonnenfinsternis extrem optimiert – habe ich überlegt, mit Hilfe von Claude Code eine Software zu bauen, die beliebige kalibrierte FITS-Master im Idealfall mit nur einem Mausklick optimieren kann. In den letzten 24 Stunden habe ich eine Basis geschaffen, die ansatzweise bereits diesen Weg geht.
… und eine angebrachte „Warnung“
Eine Frage ist spätestens bei so einem Projekt schnell beantwortet: „Kann man Software mit sog. KI ohne Vorahnung entwickeln?“. Die Antwort ist definitiv: „Nein!“ Man benötigt in diesem Beispiel auch eine gehörige Erfahrung in der astronomischen Bildbearbeitung, um nicht mit „Garbage in, garbage out“ zu enden.
Die Software

FITS-Wizard ist eine Desktop-App für die Astrofotografie. Sie bearbeitet eine fertig gestackte Master-Datei im FITS-Format automatisch bis zum fertigen Bild. Zuerst analysiert die Software die Aufnahme: Sie misst das Rauschen, bestimmt die Sternform und erkennt Gradienten, Hotpixel und Auslesestreifen. Aus diesen Messwerten ergeben sich Streckung, Dekonvolution, Rauschreduktion und Schärfung. Auf Wunsch kann man einzelne Schritte trotzdem selbst beeinflussen. Ein Vorher-Nachher-Vergleich mit verschiebbarer Trennlinie zeigt die Wirkung direkt. Das Ergebnis lässt sich als TIFF, PNG, JPEG oder FITS (auch linear zur Weiterbearbeitung in anderer Software) speichern.
Der Grundsatz der Software lautet: Herausgearbeitet wird nur, was tatsächlich in den Daten steckt. Die Dekonvolution hört auf, sobald das Rauschniveau erreicht ist. Geschärft wird nur Struktur, die sich deutlich vom Rauschen abhebt. Die Sternhelligkeiten bleiben dabei erhalten. Sterne werden getrennt vom Nebel oder der Galaxie bearbeitet und danach etwas kleiner und schärfer wieder eingesetzt. So entstehen keine dunklen Höfe oder Ringe, wie sie beim starken Schärfen sonst häufig auftreten. Ein leichtes Hintergrundrauschen darf bleiben, damit das Bild nicht künstlich glattgebügelt wirkt.
Fazit
Das Projekt in WIP und es wird sicher einige Zeit dauern, bis es durchgehend brauchbare Ergebnisse liefert. Weitere Tests werden noch folgen …
Aktuell ist die Software aber durchaus geeignet kalibrierte FITS-Master so aufzubereiten, dass man zumindest einen Eindruck davon erhält, was in einer „echten“ Bildbearbeitung herausgeholt werden kann.
Produkte, wie PixInsight, wird das Programm sicher so schnell nicht ersetzen. Es handelt sich hier definitiv primär um eine Machbarkeitsstudie mit Nutzwert.
Credits
Bei dem verwendeten Beispielfoto handelt es sich um das FITS „18109J000“ von Messier 1 vom Liverpool Telescope.
