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NACHTMASCHINE – mein erster Softwaresynthesizer

Der erste Gedanke

Es gibt Projekte, die beginnen mit einem klaren Plan … und es gibt Projekte, die beginnen mit einer spontanen Idee …

NACHTMASCHINE gehört zur zweiten Sorte. Eigentlich wollte ich nur schauen, was andere so bauen. Eigentlich war ich nur neugierig. Eigentlich war ich überzeugt, dass nach einigen gescheiterten Compile-Versuchen die Idee zum „Alptraum“ wird und erst nach viele weiteren Versuchen funktioniert..

Dann dachte ich: Was soll’s. Schlimmstenfalls habe ich am Ende einige neue Erfahrungen und weniger Schlaf. Das war der ganze „Plan“.

Der „Plan“ hat letztlich funktioniert. Einen einigermaßen ausführlichen Prompt später war NACHTMASCHINE geboren. Claude Code hatte sich die benötigte Umgebung installiert und nach einiger Zeit lief Version 1 überraschend gut. Der Prototyp war noch sehr schlicht, aber nach Anschluss eines MIDI-Controllers kamen die ersten überzeugenden Töne raus. Die vorgeschlagenen Presets hörten sich erstaunlich gut an.

Am folgenden Tag wurde aus dem Experiment ein Projekt. Ich begann Funktionen zu erweitern, was in der aktuellen Version 2 gemündet ist.

Wer einmal erlebt hat, wie ein selbstgebautes Instrument in der DAW zum Leben erwacht, der hört nicht mehr auf. Seitdem wächst NACHTMASCHINE in kleinen, neugierigen Schritten – jedes Feature ein neues „das müsste doch gehen“, jede Iteration ein bisschen mehr Persönlichkeit.

Die Reise geht nun jedenfalls weiter. Die Software wird kontinuierlich gepflegt und es werden weitere Plug-ins folgen.

VST und Standalone sind kostenfrei. Jeder, der mag, darf gerne in seiner eigenen DAW damit rumspielen – alles auf eigene Gefahr!

Aktuell liegt nur die Version für macOS vor. Windows wird noch folgen.

Hier geht es zum -> Download <-

Das Ergebnis

NACHTMASCHINE ist ein Dark Techno orientierter Subtraktiv-Synth als Standalone und VST3-Plug-in.

Allgemein

Klangerzeugung

  • 2 Oszillatoren mit kontinuierlichem Wavetable-Morphing statt fester Wellenformen: zwei Sets („Classic“ = Sine → Triangle → Saw → Square, „Growl“ = mild → intensiv), gesteuert über einen Position-Regler – plus ein Quick-Select-Dropdown für die 5 klassischen Wellenformen, wenn man’s schnell und diskret will
  • Unison pro Oszillator einzeln (bis 7 Stimmen, Detune, Stereo-Breite)
  • ein Multimode-Filter (LP/HP/BP) mit Drive und Envelope-Amount
  • zwei ADSR-Hüllkurven (Amp/Filter) mit live mitlaufender grafischer Darstellung

Modulation & Struktur

  • ein LFO mit festem Routing plus eine 6-Slot-Modulationsmatrix, die additiv obendrauf kommt – bewusst so entschieden, damit die festen Routings und alte Presets nicht brechen
  • FX-Chain (Distortion/Delay/Reverb) global mit bypass, für alle, die lieber eigene Effekte im Host einsetzen

Presets

  • 16 unveränderliche Werkspresets plus eine echte Preset-Bibliothek im Homeverzeichnis (eine Datei pro User-Preset), mit Speichern-Dialog (Speichern/Nicht speichern/Abbrechen) bei Wechsel oder Schließen, und einem „zuletzt aktiv“-Mechanismus, der sich jedes Preset merkt – egal ob Werks- oder eigenes Preset

Look

  • dunkles Look-and-Feel (fast schwarz, Magenta-Akzent, Blau für die Filter-Seite), 3 Tabs (MAIN/MATRIX/FX)

Insgesamt: ein kompaktes, aber tiefes Instrument – die Grundbedienung bleibt einfach, aber unter der Haube steckt inzwischen einiges an Sounddesign-Tiefe.

Werkspresets

Hier die Beschreibungen aller 16 Presets, nach Kategorie sortiert:

Bässe

  • Sub Reactor – tiefer Sub-Bass, Sine+Saw, knackiger Amp-Attack, dezenter Filter-Sweep – solide Basis für treibende Techno-Bässe
  • Warehouse Bass – Sub-Sine gemischt mit Growl-Textur, mittlere Filterbewegung. Runder, druckvoller Club-Bass
  • Unison Growl Bass – 5-fach-Unison auf Growl-Oszillator, LFO moduliert die Wavetable-Position, Velocity öffnet den Filter. Fett, lebendig, mit leichter Sättigung und etwas Reverb-Raum

Acid / Growl

  • Acid Growl – zwei leicht verstimmte Saws, hohe Resonanz, schnelle Filterhüllkurve, LFO auf Cutoff – klassischer 303-artiger Growl

Stabs

  • Industrial Stab – Square+Saw, extrem kurze Hüllkurven, starker Filter-Drive. Perkussiver, harter Stab für Industrial-Rhythmik

Leads

  • Screech Lead – zwei verstimmte Saws durch Bandpass, hohe Resonanz, schneller LFO auf Cutoff. Schneidender, aggressiver Lead

Pads

  • Doom Pad – Growl-Wavetable auf beiden Oszillatoren, langsamer Attack, langer Release, sanfter LFO auf Cutoff. Warme, dunkle Fläche
  • Wraith Choir – 4-fach-Unison auf Growl (breiter Chor-Effekt), zweiter Oszillator als weicherer Triangle-Unterbau, LFO moduliert leicht die Wavetable-Position. Geisterhafter, vokal-artiger Pad-Sound mit viel Hall
  • Obsidian Swell – 5-fach-Unison-Saw, sehr langsame Filterhüllkurve öffnet den Cutoff dramatisch („Swell“), zusätzlich Distortion. Dunkel anschwellend, bedrohlich
  • Iron Curtain – Square gegen stark verstimmten Saw (eine Oktave höher), Bandpass mit hoher Resonanz, Velocity moduliert den Cutoff, leichtes Echo. Harscher, metallischer Industrial-Pad

Drones

  • Hollow Drone – zwei Squares (oktaviert), Bandpass, langsamer LFO auf Pitch, langer Release. Hohl und statisch
  • Modulated Drone – 3-fach-Unison-Oszillator plus Growl-Unterbau, Filterhüllkurve und LFO modulieren beide Wavetable-Positionen gleichzeitig, dazu Delay und großer Hall – wandelnde, unruhige Klangfläche
  • Joyful Napping Beaver – sehr tiefer Sub (Unison) plus verstimmter Growl-Oszillator, extrem langsamer Attack/Release, unheilvoller langsamer Pitch-Wobble, riesiger Hall- und Delay-Schwanz – trotz des niedlichen Namens ein bedrohlicher Tiefton-Drone
  • Catacomb Drone – zwei offene Squares (leere-Quinten-artige Schwebung), Bandpass, gigantisches Attack/Release, kavernöser Hall – klingt wie ein weiter, dunkler unterirdischer Raum
  • Black Mass – zwei stark dissonant verstimmte Growl-Oszillatoren mit Unison, hoher Filter-Drive, tiefer Pitch-Drift, zusätzliche Distortion – der aggressivste, „böseste“ Drone im Set

FX

  • Rumble FX – tief oktavierter Sine/Triangle, langsamer Attack, LFO auf Pitch. Rumpelndes Riser-/Transition-Material statt klassischer Melodie-Sound