Ein kleiner Erfahrungsbericht aus der letzten Nacht: der Höhepunkt der Perseiden-Meteoraktivität. Gegen 23 Uhr (Küchenzeit) habe ich mit dem Experiment gestartet.
Setup und Erwartung
Gesendet wurde mit 50 Watt PEP über eine 5-Element-Yagi-Antenne. Eigentlich ist das etwas wenig und man bräuchte eher die zehnfache Leistung und eine doppelt so lange Antenne. Haupthindernis war auch hier wieder der „Balkon in der Innenstadt“. Ich hatte von vornherein nicht sehr viel erwartet und habe beobachtet, was geschehen wird. Zur Abstimmung mit anderen Stationen habe ich den ON4KST-Chat verwendet.
Meteor-Scatter ist nun einmal ein Glücksspiel. Die Meteore (in der Größe eines Sandkorns!) treten völlig zufällig, in Lage und Zeit, in die Erdatmosphäre ein und hinterlassen dabei unterschiedlich lange und intensive Ionisationspuren.
Der Verlauf der Nacht
Leider war der Zeitpunkt, unter der Woche, nicht sehr förderlich: nur relativ wenige Stationen waren aktiv, und es hat sich im Verlauf der Nacht auch sehr schnell und sehr stark ausgedünnt. Ich war für alle anderen Stationen im Chat wohl zudem zu uninteressant – es kam kein „Sked“ (Verabredung) zustande, und auch zufällige QSO (Verbindungen) gelangen nicht.
Meine Lage „in der Mitte“ war offensichtlich auch nicht sehr förderlich bzw. uninteressant: Alle Skeds wurden über mich hinweg durchgeführt (zum Beispiel Nord-Spanien → Süd-Schweden). Die „alten Hasen“ wollten sehr lange Signalwege. Somit fand auch keine MSK144-Verbindung den Weg in mein Log.
Ergebnisse und Fazit
Ganz umsonst war die Aktion aber dennoch nicht: Im Gegensatz zu meinem ersten Test, Anfang Januar, während der Quadrantiden – wo ich nur 10 Watt PEP und eine kleinere LogPer-Antenne nutzen konnte – erreichte ich diesmal deutlich mehr Stationen, als den damaligen Zufallstreffer auf die Färöer-Inseln.
Im PSK-Reporter sah ich diesmal europaweit einige Stationen, die mindestens einen MSK144-Burst von mir dekodieren konnten.

Die Stationen im grauen Kreis können hier ignoriert werden, da diese mich „direkt“ oder via Tropo empfangen haben – wobei vereinzelte Back-Scatter hier durchaus auch ein Grund gewesen sein könnten. Alle Anderen können mich nur über Meteor-Scatter und in wenigen Ausnahmen auch über Ionoscatter (Restionisation der D-Schicht) empfangen haben.
Die einzige Station, die mich reproduzierbar empfangen konnte, war allerdings mal wieder die auf den Färöer-Inseln. Der OM/Operator hatte sich aber leider rar gemacht und war nicht aktiv. Viele Stationen hatten, wie ich, versucht, ihn für einen Sked zu erreichen.
Einige Stationen haben mich sogar „sehr laut“ hören können. Zudem kam es zu überraschend vielen Back-Scatter, wenn ich die Antenne in Richtung des Meteor-Ursprungs, im Sternbild Perseus, gerichtet hatte. Während die Antenne daher in Richtung Norden stand, erreichte ich Stationen im Süden – und da speziell in der Slowakei und in Italien. Physik pur: Die Plasmaspur reflektiert wie ein Spiegel, ist „rund“ und spiegelt fast wie eine Diskokugel, da die entstehende Röhre ja auch nicht streng geometrisch geformt ist.
Zur Orientierung nutzte ich meine eigene Microsite „Meteor-Scatter Monitor“. Die wenigen Ergebnisse deckten sich sehr gut mit der Empfehlung der „App“.

Gegen 3 Uhr nachts habe ich die Aktion beendet und bin dann lieber noch zur Nachtzeit ins Bett gegangen. Insgesamt war das eine weitere gute Erfahrung, die mich weiterbringt.
Schlusswort
Dies ist nur ein kleiner Einblick in das Funken mit Meteor-Scatter. Hierzu folgt noch ein weiterer Artikel, der die Physik dahinter, die notwendige Technik und die Softwareeinstellungen in WSJT-X genauer beschreibt.
73 de DO6SJR
